Tuesday, September 22, 2009
Fresher's Week!
Ich bin hier! Endlich!
Seit Samstag wohne ich nun offiziell in England, Canterbury, um genauer zu sein... Die ersten Tage hatte ich kein Internet, aber hier ist auch immer so viel los, dass ich selten in meinem Zimmer bin!
Aber von vorne:
Am 19.9.2009 flog ich also von München nach Heathrow (übrigens das einzige Flugzeug mit verspätetem Abflug, wie ich informiert wurde... ich hab halt das ganz spezielle Glück auf meiner Seite). Der Flug an sich war unspektakulär. Ich hab gelesen und bin dann eingeschlafen. Und auf einmal war ich in England. Heathrow ist ja groß, das wusste ich auch davor... aber im Ernst, wieso nochmal muss ich erst ne halbe Stunde laufen bevor ich überhaupt zum Immigration Office komm? Naja. Auf jeden Fall hab ich das gut gefunden und die Einreise war auch kein Problem, auch wenn sie noch mal alles sehen wollten etc etc pp. Immerhin war dann schon mein Gepäck da und keine zwei Minuten später sah ich in der arrival hall (Terminal 1) ein Mädchen mit neongrünen T-Shirt und einem "Uni of Kent"-Schild. Also hin! Ich wurde freundlich begrüßt und dann mit einem Ami (Namen hab ich vergessen, aber er war totaler Prototyp! Amerikanisch durch und durch... er war ein P/Grad and studiert hier für ein Jahr International Security) in ein anderes Terminal gebracht, wo noch viel mer Amis waren und ein Inder und ein Mädchen aus Australien. Und von dort gings dann nach einer kleinen Small-Talk-Pause zum Bus. Und mit dem gings nach Canterbury. Auf der Fahrt wurde ich schrecklich müde und mir fielen die Augen ständig zu, aber mein Sitznachbar Nate (total netter Kerl, mit dem ich hier viel unternehme) hielt mich wach :)
Die Zeit verging also schnell und auf einmal waren wir am Campus und... Oh mein Gott! So toll! Wahnsinn! So ungefähr gingen dann meine Gedanken!
Der Campus ist unglaublich groß, unglaublich grün, unglaublich idyllisch.
Nachdem ich meine Schlüssel geholt hatte, fand ich mich etwas überfordert wieder... und wo genau ist jetzt mein Haus?! Parkwood, 4/D Clowes Court, so die Adresse. Aber die Helpers in den grünen T-Shirts waren auch hier sehr aktiv und so wurde mir mein Koffer abgenommen (danke!) und ich wurde direkt in mein Zimmer geleitet. Da traf ich dann erst mal meine erste Mitbewohnerin Kim (26, forensic sience) und dann gings ans auspacken...
Schließlich, ich war gerade fertig mit Zimmer-einrichten (auf facebook kann man sehen, wie "gemütlich" mein Zimmer bereits wirkt... aber das wird schon noch), als Kathrin am Campus ankam: Ich solle sie bei der Reception of Parkwood treffen. Hmmm... ich machte mich also auf dem Weg. Nach ca. 3 Minuten ertönte hinter mir eine Stimme: "Hey, do you need help? You look awefully lost!" Weiß auch nicht, wie der nette junge Mann auf diese Idee kam. Während er mich dahin brachte, wo ich hin wollte, erzählte er mir noch, dass Canterbury a "fucking lovely place to live" ist und mittendrin in der Unterhaltung unterbricht er mich und sagt "Do you sing?" - "Um, yes, in fact I do..." - "You have a wonderful voice, I'd love to hear you sing one day!" Aha, OK. Ein bisschen seltsam sind sie also schon, die Briten ;)
Der restliche Tag ging recht schnell mit organisatorischem Kleinkram (Bedding packet, einkaufen, Erkundungsspaziergang) rum und plötzlich wars auch schon Zeit fürs Pub Crawl! Dort lernte ich dann Peter, Lisa, Tanja und viele andere kennen und traf wieder auf Nate. Irgendwann kannten wir dann alle Pubs, Bars und Clubs des Campus' und wollten heim. Haha. Wir haben uns natürlich komplett verlaufen, aber wieder bekamen wir Hilfe (diesmal in Form von Toby, einem gutaussehnden Schwarzen).
Am nächsten Tag musste ich dann meine ID-Card holen, was eigentlich ganz schnell gegangen wäre... allerdings sagten sie, dass ich noch nicht gezählt hätte, und mich bei Finances noch mal anstellen sollte. Das dauerte 50 Minuten. Als ich endlich drankam, verschwand die gute Frau erst mal um ein Sandwich zu essen... und als sie wiederkam, sah sie in ihren Computer und meinte, dass doch alles da sei! Cheers! Ahhhhhh!
Danach war ich erst mal gründlich ausgehungert, und so gingen Kathrin, Majore (MJ) und ich erst mal ins Rutherford College (mein College!) zum Mittagessen. War besser als die Mensa in Muc!
Da wir alle noch deutsche Nummern hatten, fanden wir, es wäre an der Zeit, nach Canterbury rein zu fahren... auf dem WEg zum Bus gabelten wir noch Tom (endlich ein Engländer!) auf.
Nun, was soll ich sagen? Ich hab schon viel über Canterbury gelesen, und ich wusste ja ungefähr, was mich erwarten würde... aber die kleine Altstadt traf mich mitten ins Herz. Die andern haben mich schon belächelt, weil ich so begeistert war und ständig irgendwelchen Historischen Fakten von mir gab oder über Marlowe (und in diesem Zusammenhang natürlich auch über Shakespeare) redete... Aber man kann dort einfach nicht anders, als über das ganze Gesicht zu strahlen. Diese Tatsache, und vielleicht auch meine nicht mehr zu verbergende Tollpatschigkeit (sorry, I'm a little on the clumsy side!) führte dazu, dass die anderen sich von meiner Fröhlichkeit anstecken ließen. Es war ein phantastischer Nachmittag! Abends hatten wir Hunger, und nachdem wir ja Mittags schon englische Küche gekostest hatten, entschieden wir uns dann lieber für Italienisch ;)
Mit gefüllten Mägen gings dann zur Cathedral (ja, vielleicht hab ich ein bisschen Druck ausgeübt... aber JA, ich wollte da wirklich hin!)... Ich war und bin immer noch hin und weg! So ein atemberaubendes Gebäude! Da wir ja Mittwoch eine Führung hatten, sind wir nur außen rum gegangen, aber selbst da hab ich mich kaum eingekriegt vor lauter Begeisterung! Draußen sieht man Statuen von Anselm und Thomas, von denen ich schon so viel gelesen hab und ach... Glück pur nennt man das! Was mich aber wirklich total verzauberte war der Kreuzgang. Leute, solltet ihr je spontan nach Canterbury kommen und mich nicht am Campus finden: ich werde dort sein und lesen und nachdenken. Wunder-wunder-wunderschön! Ich hab ja eh eine Vorliebe für Kreuzgänge, aber der war schon besonders friedlich...! Als man mich endlich von diesem Fleckchen Erde wegzerren konnte, war es bereits fast 8 Uhr und somit Pub-Zeit! Also los zurück zum Campus und rein in Woody's (unser Pub, 1,5 Minuten von meinem Haus weg!). Dort versumpfte ich mit Rosé Wein...
Ich hab gerade gemerkt, dass dieser Eintrag ein bisschen lang wird... ich denke, die nächsten Tage werd ich mal ein bisschen abkürzen!
Lasst mal sehen... Montag... Ahja! Montag war unser College Welcom Meeting. Natürlich war ich wieder mal leicht verplant und saß letztendlich im falschen drin. Ich bin ja Rutherford, und auf einmal war es die ganze Zeit "Yay! Keynes College! Woohoo!" Oops. Ich hab mich also unauffällig verhalten und nett gelächelt. Peinlich, peinlich (allerdings stellte sich dann ein paar Tage später raus, dass ich wahrscheinlich falsch zugteilt wurde und jetzt doch im Keynes bin... wer soll sich da noch auskennen?!). Nachdem ich also diese kleine Blamage (von der allerdings ja nur ich wusste) überstanden hatte, gings mit den anderen runter in die Stadt: Haushaltsgegenstände und Lebensmittel kaufen! Da wurde ich ein bisschen neidisch, denn die anderen fuhren gemeinsam mit ihren Häusern und erledigten alles gemeinsam, während bei uns immer noch zwei fehlen und ich die schon angekommenen kaum sehe... naja. Immerhin fand ich mein geheiligtes Kaba-Pulver und seitdem gibts auch jeden Tag wieder kalten Kaba! Da war ich vielleicht erleichtert!
Ich stand allerdings etwas unter Zeitdruck, da ich mich bis spätestens 17 Uhr bei der Polizei registrieren lassen musste. Natürlich kauften wir ganz schön viel ein und bis wir dann endlich angekommen waren, und ich zum Sport Centre gehetzt war, war alles schon vorbei. Zu meiner Verteidigung kann ich sagen: Ich kam nur 2 Minuten zu spät... aber die Briten sind da streng! Immerhin konnte ich dann zu meinem "Living in Parkwood" Meeting (Yes! We love Parkwood! Woohoo!) gehen... ;) In den Pubs und Clubs war an diesem Abend "Beach Party" angesagt, und darauf hatten wir weniger Lust, also gingen wir wieder mal in Woody's (was wohl meine Stammkneipe wird) und haben uns ein Gläschen Wein genehmigt. Wobei die Gläschen hier sehr gigantisch sind, die geben einem tatsächlich ein Viertel Liter, und das für weniger als 2 Euro! Aber wir mussten draußen sitzen, weil drinnen so viel los war, und das war mir dann nach einer Weile echt zu kalt.
Dienstag begann mit einer Willkommensveranstaltung für uns internationals... war ganz nett, aber jetzt nicht übermäßig interessant. Allerdings wurde mir klar, dass ich hier an einer totalen Elite-Uni gelandet bin. Nuja,war nicht gerade beabsichtigt, aber warum eigentlich nicht ;) Immerhin machen jetzt auch die Leselisten (50-60 Bücher pro Kurs!) Sinn... Danach trafen wir dann auch unsere adviser und wir mussten personal appointments ausmachen. Henry (englische und amerikanische Literatur) machte einen ziemlich goldigen Eindruck, aber dazu später mehr.
Im Anschluss ging ich mit Nate in die Stadt, da er sich ein Handy und eine sim-card kaufen wollte. Hat eigentlich alles gut geklappt... nur der leckere Essensduft, der aus den Pubs und Restaurants rauszog, zerrte an unseren Nerven. Hier ist oft so viel los, dass ich nicht zum essen komm; und das war einer dieser Tage und ich hatte das Gefühl, gleich sterben zu müssen. Aber an diesem Abend gab es das International Dinner, also wäre es blöd gewesen, was zu essen!
Kaum waren wir wieder am Campus, sprang ich in mein Dirndl und eilte zum Treffpunkt mit den anderen. Unnötig zu sagen, dass von ihnen keiner ein national dress trug. Hmpf. Aber ich zählte fest auf die anderen. Allerdings umsonst. Es gab außer mir vielleicht noch 3 oder 4 andere (und es waren wirklich seeeehr viiieeele Leute da!) die ihre Tracht trugen. Immerhin bekam ich viele Komplimente, das ist doch auch was :) Die Dining Hall des Eliot College (da ist mein Institut) war sehr vornehm hergerichtet... die runden Tische waren mit einer schönen weißen Tischdecke bedeckt, es gab unzählige Gestecke und viele Weingläser... Etwas nervös warteten wir auf das Essen (wir alle wissen, was von der englischen Küche behauptet wird), aber unser Ungehagen war ganz umsonst: lecker wars! Der Salat war knackig, das Brot himmlisch, das Hünchen zart, das Gemüse gar und der Nachtisch... ja, der Nachtisch war eklig, das geb ich zu :D Er sah zwar sehr toll aus, schmeckte aber wie ein gammliger alter Tafelschwamm. Die rosa/pinke Farbe konnte da auch nichts mehr rausreissen. Aber wir hatten einen lustigen Abend, weil wir eine ganz gemischte Runde waren: Eine Inderin, zwei Amis, zwei Deutsche, eine Österreicherin, und zwei aus Madagaskar. Achja, und ich natürlich.
An diesem Dienstag hatte außerdem noch Nate seinen 23. Geburtstag... also haben wir nach dem Dinner eine Überraschungsparty mit Sekt und Kuchen organisiert! Er hat sich wahnsinnig gefreut und gar nicht mehr aufgehört, sich zu bedanken! Und was soll man sagen: Die Buschtrommeln des Campus' sind tüchtig... kaum eine halbe Stunde später wimmelte es im Haus von Horden von betrunkenen Engländern, die ziemlich von von "I'm wasted/ I'm drunk/ Woohoo, house party!" grölten. War aber ein lustiger Abend. Ein bisschen schade war, dass wir dadurch die Karaoke-session verpassten, aber sowas wirds sicherlich öffter geben.
Mein Mittwoch begann eigentlich ganz entspannt: Kaba und How I met your mother... um 11:40 hatte ich mein appointment mit meinem advisor. Und da ich mich mittlerweile gut genug kenne, den Campus dafür aber noch nicht, machte ich mich eine Stunde eher auf die Suche nach NC33. Ja klar, keine Ahnung, wo das sein soll. Als ich also am Main Campus angekommen war, fragte ich jemand und bekam die Info, dass das wohl North Commonwallis sein werde. Jaahaa! Das blöde Commonwallis ist ein verdammt großer Complex und ich hab mich total drin verlaufen und kannte mich gar nicht mehr aus! Ich war verzweifelt! 8 Minuten vor meinem Treffen rief ich also Nate an und er suchte im Internet, wo ich hin müsse. Er fand aber auch nichts. Also bat ich ihn, mir einfach nur die English School rauszusuchen (Gott sei Dank in der Nähe) und Wunder über Wunder, da war dann auch NC33! Ich kam super pünktlich zum Meeting! Allerdings leicht außer Atem. Doch da Henry eh gerne redet, überzog er 10 Minuten und bis dahin sah ich dann auch wieder präsentabel aus und konnte ganz ruhig alles mit ihm besprechen. Davor hab ich allerdings noch drei Dramen gratis abgestaubt! So toll! Da stand einfach eine Kiste mit einem Schild "Help yourself to books!"... zuerst hab ich mich nicht getraut. Aber dann hab ich einfach nachgefragt und somit gleich mal den Tag ein wenig schöner gemacht.
Henry. Ich würde sagen, er sie der Inbegriff des verlplanten geisteswissenschafltichen Professors! Zuerst verwechselte er mich mit einem gewissen MR. sowieso (nein, das bin ich nicht), war dann sehr verwirrt, bis er irgendwo unter Bücherstapeln (selbstverständlich war das kleine Büro komplett mit Büchern vollgestopft) mein Formular fand. Wirklich Hilfe brauchte ich nicht, und so erzählte er mir die ganze Zeit irgendwelche Anekdoten um mir zum Abschluss zu sagen, dass ich eigentlich zu einem zusätzlichen advisor gehen sollte (einem aus drama namens Paul). Zuhause reichte also die Zeit gerade für ein Müsli, das ich in mich reinschaufelte und dann gings zur Cathedral-Führung. Inzwischen hatte ich heftige Kopfschmerzen und war etwas energielos.... aber glaubt mir, die Kathedrale riss mich wieder aus meiner Lethargie! Unglaublich! Innen wie außen ein Kunstwerk! Und auch, wenn ich all die historischen Daten und Geschichten schon kannte (ich hab mich sogar mit der Führerin ausgetauscht, da wir manchmal verschiedene Überlieferungen kannten), genoss ich die Führung in allen Zügen. Vor allem die Ruhestätten von King Henry IV und The Black Prince fand ich einfach nur amazing! Ich wusste ja, dass die beiden dort lagen, aber nicht, dass man ihre Gräber direkt sehen konnte! Sehr schöne Figuren, muss ich sagen! Ich war hin und weg! Richtig selig!
Danach brauchte ich aber unbedingt Flüssigkeit, also gingen wir noch mal zum Tesco und ich deckte mich ein bevor wir uns auf den Rückweg zur Uni machten. Denn dort gabs das Fresher's Buffet! Yay! Schon wieder gratis Essen! Ausgehungert positionierten wir uns direkt um einen der Buffettische und begutachteten während der Willkommensrede schon mal die Ausbeute: frittierter Fisch, Hünchen, indische Hünchenschlegel, Frühlingsrollen, ganz viele Sandwiches, und dann englische Backwaren... Sobald das lang erwartete "Enjoy" ertönte, stürzten wir uns wie Tiere auf das Aas... Yammie! War wirklich lecker. Aber ich aß viel zu viel! Aber es war einfach so gut! Nach dem wir unsere Mägen mehr als gefüllt hatten, verließen wir das Schlachtfeld und besorgten uns einige Flaschen Wein und vermeintliches Soda (Cream Soda... NIEMALS kaufen! Das Zeug riecht wie Karamel und scheckt echt widerlich!) und setzten uns noch eine Weile ins Gras. Ich verabschiedete mich aber recht zeitig (getrunken hab ich eh nichts wegen meinem Kopf) um endlich mit meinem Buch für die Uni zu beginnen: Emile Zolas Therese Raquin. Ich bin überrascht, wie sehr es mir bisher gefällt!
Heute und morgen gibst dann Society Fair und Sports Fair und ihr dürft auf meinen nächsten Bericht gespannt sein! Die nächsten Posts werden mit Sicherheit kürzer und dafür lustiger Formuliert sein... versprochen!
Cheers
Tuesday, September 15, 2009
England's calling
Obwohl es jetzt doch schon relativ bald losgeht, bin ich eigentlich nicht nervös. Ich freu mich nur so riesig. Na klar mach ich mir Gedanken, ob auch meine Mitbewohner Ok sein werden, aber selbst wenn nicht: ich hab ja mein eigenes Zimmer. Ich werde in einem Haus gemeinsam mit 4 anderen wohnen; wird sicher lustig, aber auch hin und wieder anstrengend.
Wo ich gerade von anstrengend schreibe: Die erste Woche ist der totale Wahnsinn! Wie soll ich das nur schaffen?! Vormittags gehts von Führung zu Führung, Organisation pur und akademische Treffen; abends dann jeden Tag vier Parties parallel, verschiedene Dinner (wie z.B. das International Dinner in der Tracht seiner Landes) und zum Abschluss der Welcome Ball (silent disco: Man bekommt beim Eintreten Headphones, über die hört man die Musik... kann bestimmt lustig werden, aber auch ein klein wenig seltsam, wenn man die Kopfhörer abnimmt und alle in völliger Stille zum gleichen Rhythmus tanzen!). Und dann beginnt auch schon die Uni.
Das wird wohl auch eine kleine Umstellung: 'ne 40-Stundenwoche kennen wir Geisteswissenschaftler in Deutschland nicht! Aber ich freu mich total auf die Kurse und ich bin mir sicher, dass ich wahnsinnig viel lernen werde!
Im Moment sag ich also allen möglichen Freunden meine good-byes, hin und wieder eine traurige Angelegenheit. Aber ich komm ja Weihnachten kurz heim, da ist der Abschied nicht allzu schwer.
Außerdem muss ich mir mal langsam wirklich Gedanken übers Packen machen. Ein Vorhaben, das ich gerne aufschiebe. Morgen dann ;)
Ansonsten ist natürlich viel geschehen: Die Zwischenprüfung ist bestanden, das Grundstudium ist abgeschlossen, endlich bin ich im Hauptstudium angekommen!
Außerdem musste ich natürlich in München ausziehen... eigentlich kein großes Thema, aber zieht mal aus dem 5. Stock aus, wenn das erste Mal seit zwei Jahren der Aufzug kaputt ist! Das nenn ich Schlepperei!
Heute Abend steigt der letzte Mädlabend, worauf ich mich schon sehr freue! Gutes Essen, guter Film, gute Cocktails...ohja!
Demnächst dann Neuigkeiten aus England! Falls mich die netten Menschen vom Immigration Office auch einreisen lassen ;)
Thursday, March 5, 2009
Edgar in der Dunkelkammer
Nicht, dass meine geschätzen Leser (die hoffentlich nicht alle schon aufgegeben haben) meinen, ich wäre an meinem nicht mehr vorhandenen Blinddarm verreckt. Nein, nein. Es war nur wieder mal zu viel los, viel zu viel!
Und obwohl ich nun krankgeschrieben bin, hab ich irgendwie auch keine Zeit, hier großartig was zu schreiben.
Also eher im SChnelllauf mit drei L!
Das dritte Semester hab ich gut hinter mich gebracht, in den letzten Tagen haben wir sogar schon unsere Prüfungsthemen für die Zwischenprüfung erhalten. Was sind wir wieder mal glücklich über die Bachelorumstellung: Unser geschätzter Jahrgang darf 1/3 mehr Stoff pauken, bis alles bachelorisiert ist. Vielen Dank auch, liebe Uni. Aber naja. Auch das werde ich hingekommen, hoffe ich :)
Ansonsten ist natürlich die Praktikumszeit schon lange losgegangen. Die Pförtner kennen uns wieder (obwohl das jetzt unnötig ist, da wir den Schlüssel zur Macht besitzen... Harharhar!), der Copierer ist neu und modern und sogar John der Langsame hat einen neuen Bildschirm bekommen! Die größte Änderung war wohl, dass die SEkretärin gewechselt hat, aber auch damit konnten wir uns sehr gut arrangieren. Es macht natürlich Spaß. Wahnsinnigen Spaß sogar. SElbst wenn der Stress um sich greift, weil gewisse Regisseure gewisse Übertitel auf eine gewisse Art und Weise haben wollen: bitte sehr, wir haben Freude dran!
Diese Woche war dann eher doof, weil ich nämlich krankgeschrieben bin. Mittlerweile sind die SChmerzen aufgrund gewisser drogenähnlicher Medis gut auszuhalten und so greift eher die Langeweile um sich (Danke Chrissi für die Aufgabe aus der Dramaturgie!)... Aber ab Montag bin ich dann wieder voll am Start :)
Eigentlich gäbe es Tonnen zu erzählen! Die Frage wäre nur: wo anfangen, was weglassen? Und deshalb gelobe ich lieber Besserung ab jetzt wieder regelmäßiger zu schreiben anstatt alles nachzuholen. Außerdem (so muss ich ehrlicherweise gestehen) lockt mein Buch, das schon den ganzen Vormittag allein und verlassen und einsam auf meinem Bett liegt... ich kann unmöglich weiterhin so unmenschlich sein und das arme Ding vernachlässigen ;)
Es grüßt Euch Euer Edgar aus der Dunkelkammer! (Wer nicht versteht: informiert euch mal über Michael Ende, dann kommt ihr früher oder später drauf!)
Friday, December 26, 2008
Krankenhausgeschichten
Teil I (Samstag verfasst)
Dieses Wochenende war definitiv anders geplant gewesen. Alles fing Donnerstag noch echt gut an, als ich Laubi nach der Uni traf. Wir sind zusammen heimgefahren und haben gequatscht und ein bisschen was gegessen. Danach machten wir uns auf die Suche nach Illy-Kaffee, aber ganze Bohnen! Gar nicht leicht, den aufzutreiben. Aber mittlerweile bin ich ja eine „gstandne Münchnerin“ und kenn mich aus. Am Rotkreuzplatz wurden wir fündig. Solange man nicht selber im Weihnachtsstress ist, macht man ja alles gerne mit. Und ich habe ja alle Einkäufe etc. dieses Jahr auf meine Schwestern abgeschoben; immerhin kamen die Ideen von mir und das ist ja auch Schwerstarbeit hin und wieder (manche Menschen sind so unglaublich schwer zu beschenken!).
Auf jeden Fall hatten wir per Zufall in der U-Bahn noch Wolfi aus meiner ehemaligen Schule (wir waren seit der 5. in einer Klasse gewesen) und er hatte mich eingeladen, mit ihm und ein paar Freunden die Münchner Weihnachtsmärkte und das Tollwood unsicher zu machen. Da bin ich natürlich immer dabei. Also fuhr ich nach meinem letzten Seminar (verlief erfolgreich, alles in Butter) zum Marienplatz. Sogar das Treffen klappte einwandfrei (was bei mir und auch auf dem Marienplatz ein kleines Wunder ist). Nachdem mir die Männer aus Wolfis Wohnheim alle mit Name und Studienfach vorgestellt wurden (es waren ziemlich viele), wurde erst mal Glühwein getankt. Ich hielt mich dezent zurück. Nicht, weil ich keine Lust auf leckeren Kinderpunsch verspürte, sondern weil ich so dringend aufs Klo musste. Ich befürchtete ganz einfach ein Unglück, sollte ich noch einen Schluck Flüssigkeit zu mir nehmen. Nachdem also der Christkindlmarkt am Marienplatz, Odeonsplatz und der dazwischen gut von uns besucht wurden (überall wurde die Glühweinwirtschaft angekurbelt) und ich auch ein Klo gefunden hatte (Halleluja!), gingen wir noch auf den Mittelaltermarkt (wo genau der ist, hab ich vergessen. Auf jeden Fall nicht weit vom Odeonsplatz weg!). Dort schafften Wofli und ich es, den Rest zu verlieren um dann nach zwei Runden wenigstens zwei wieder aufzugabeln. Während wir da so standen und uns umschauten, kam ein Gaukler vorbei. Ich habe bestimmt schon hin und wieder erwähnt, was für ein gigantischer Freak-Magnet ich bin, so auch hier keine Ausnahme. Zielsicher steuerte der Typ mich an, und fing an, mich nach feinster Minneart zu umgarnen („Schöne Mütze habt ihr da.“ „Äh, ja. Danke, gleichfalls?!“). Das Ende vom Lied war, dass er mich einfach mal mitnahm, während meine drei starken Helden einfach stehen blieben. Ich wurde in ein Zelt entführt und dort versuchte der Spielmann mich zu überreden, eine Korsage oder ein Mieder anzuziehen. Währenddessen nannte er mich ständig Jessy, was mich total nervte. Oder Küken, was ich noch schlimmer fand. Ich versuchte also, möglichst höflich den Rückzug anzutreten, aber mich höflich kam man da nicht weit. Und die Jungs schnallten natürlich gar nichts, denn als ich ihnen zu rief, ob sie denn schon weiter wollten, schüttelten sie nur die Köpfe und meinten, ich solle mir ruhig Zeit lassen. Ja, vielen dank auch. Irgendwann zog ich dann Wolfi zu mir und erklärte, das wäre mein Freund und der fände das jetzt nicht so toll. Und Wolfi, leicht verwirrt, antwortete auf die Frage, ob er denn „seine Freundin“ mal nicht diesem Outfit (knallrote Korsage, die eher an ein leichtes Mädchen denken ließ als an ein anständiges Hoffräulein) sehen wolle, schlicht weg „nein“. Erst da kapierten die anderen auch, dass ich den Gaukler definitiv nicht kannte und noch viel weniger kennen lernen wollte. Hierauf wurde ich heldenhaft gerettet J
Es dauerte noch eine Weile, bis wir die restlichen Wohnheimjungs (wobei die meisten eigentlich schon Männer waren) aufgestöbert hatten. Jedoch trennten wir uns gleich wieder, da die meisten nach Hause fuhren und nur Wolfi, zwei Jungs und ich uns noch auf den Weg zum Tollwood machten. Wer das Festival kennt, weiß auch, dass es dort immer gut zugeht, und auch der Donnerstag war keine Ausnahme. Wie sollten wir da nur jemand finden?! Denn der Sohn unseres ehemaligen Französischlehrers ist seit einiger Zeit auch in München und trieb sich zu gegebenen Zeitpunkt auf der Theresienwiese herum. So schwer war es dann doch nicht, aber die schon kräftig der Feuerzangenbowle zugesprochen hatten, wollten wir erst mal noch rumschauen, bevor wir uns dazu gesellten. Das taten wir dann auch ausführlich, doch zuvor trafen wir noch einen anderen Freund von Wolfi. War recht lustig. Wie gesagt, zu etwas späterer Stunde landeten auch wir bei der Feuerzangenbowle und ich bekam endlich meinen Kinderpunsch. Während wir also selig dort standen und ich Kindheitserinnerungen schwelgten kam ein lautes „He! Wer ist na da?!“ von nebenan, und siehe da: ein weiterer ehemaliger Klassenkamerad! Schon sehr lustig, vor allem, weil ich Flo seit dem Abi nicht mehr gesehen hatte.
Doch so schön das Wiedersehen auch war, es war kalt und wir wurden müde und so tigerten wir heim-
Das Wochenende hatte ich mir wunderbar geplant: Freitag wollte ich erst mal ausschlafen, dann gemütlich mein Zeug packen und dann heimfahren. Am späten Nachmittag vielleicht noch auf den Christkindlmarkt in Kelheim und dann abends mit Franzi zu einem ultimativen Mädlabend durchstarten, Jil wäre vielleicht auch von der Partie gewesen. Samstag hätte ich mich dann um Weihnachtskarten etc gekümmert, hätte gelesen, geschlummert… und des Nachts wollte ich zu einem Konzert nach Rohr fahren, wo sowohl der Mädchenchor als auch die Liedertafel auftraten. Darauf freute ich mich echt besonders! Für Sonntag war ein Treffen mit Elli geplant, die ich ja nun auch schon seit Monaten nicht mehr gesehen hatte. So viel zu erzählen!
Aber es kam alles ganz anders.
In der Nacht zum Freitag wachte ich mit wahnsinnigen Bauchschmerzen auf. Zuerst dachte ich, es wäre, weil ich nichts gegessen hatte und wollte weiterschlafen. Wenn das nur gegangen wäre! Ich lag also mehr oder weniger wimmernd drei Stunden in meinem Bett, bis ich um halb 7 meine Eltern anrief um ihnen zu sagen, dass ich unmöglich einen Zug nehmen könnte. Zu diesem Zeitpunkt heulte ich bereits wie ein Kind. Mein Dad sprang also ins Auto und holte mich sofort ab. In den 1,5 Stunden dazwischen packte ich so gut es ging meine Sachen und telefonierte mit meiner Mutter. Achja, so ca. um 5 Uhr hatte ich mich das erste mal übergeben, und seitdem rannte ich öfters auf die Toilette. Die Fahrt verlief eigentlich ganz gut, wenn man bedenkt, dass ich nur zweimal spucken musste und die Schmerzen beim Sitzen auch nicht schlimmer waren als im Liegen oder Stehen. Ich sprang also von einem Auto ins andere und meine Mutter kutschierte mich zum Arzt. Der schickte mich gleich ins Krankenhaus zur Notaufnahme. Und wer arbeitet da im Moment? Meine Zwillingsschwester. Also erst mal großes Familientreffen. Ständig kamen Leute, um sich davon zu überzeugen, dass wir ja TATSÄCHLICH wie Zwillinge aussehen! Ja, prima. Aber ich hab Schmerzen, wollen wir erst mal das klären? Nein, es waren wirklich alle sehr nett und zuvorkommend. Nur einmal musste ich mich verweigern. Und das war, als meine Schwester mit eine Spritze in den Arm rammen wollte um mein Blut abzunehmen. Das lies ich dann doch lieber jemand anderes machen. Allerdings würde ich sie nun, da ich gesehen habe, wie sie arbeitet, schon ranlassen. Deshalb habe ich ihr auch erlaubt, zu assistieren, sollte es denn noch zu der OP kommen. Genau, ich habe nämlich Verdachte auf Blinddarm. Gestern wurde ständig hin und her überlegt, ob ich jetzt unters Messer komme oder nicht. Alle paar Minuten kam jemand anderes rein, drückte auf meinem Bauch rum („Nö, da tuts nicht weh. Da ist es sehr unangenehm. JA, DA TUT ES WEH!) und stellte wieder und wieder dieselben Fragen. Ständig wurde mir was von Leukos und CRP und was weiß ich was erzählt. Ich nickte und lächelte. Was ich aber verstand: Heute noch keine OP, mal morgen weiterschauen. Obwohl sich der Tag schon ziemlich zog, wurde es mir doch erträglich gemacht, indem Franzi und Spieli vorkamen, ebenso wie Jilly und Konsti und meine Eltern. Das war schon schön. Die Nacht verlief dann relativ unspektakulär. Ich konnte hin und wieder schlafen (gepriesen seien die Schmerzmittel), und ich musste nur einmal spucken. Der Schmerz hatte ich sich nun zwar rechts zentriert, war aber nicht mehr so stark. Ich war also ziemlich überzeugt davon, dass ich am Morgen entlassen werden würde. Aber nichts da. Die Blutwerte machten schon wieder komische Sachen (Leukos von 1200 auf 5500 gefallen, CRP stark gestiegen), jedoch wieder nichts eindeutiges, also noch eine Nacht. NOCH EINEN GANZEN TAG HIER? Oh nein, mir war eh schon so langweilig! Aber dann kam die wunderbare Nachricht: Ich durfte Zwieback und Tee essen! Yay! Das fand ich nach 45 Stunden ohne Nahrung auch ganz angebracht… Die Infusionen finde ich irgendwie nicht wirklich befriedigend.
Und immerhin hab ich ein gutes Buch, das macht es natürlich auch besser. Jilly und Georgie kamen dann am Vormittag und brachten mir noch das Aufladegerät fürs Handy und meinen Laptop, weil es hier ja WLAN gibt. Ich brauchte also nur noch ein Formular unterschreiben, auf dem dann auch Benutzer und Passwort waren und dann konnte ich mich im Internet verdingen. Ha! Die EDV kommt erst wieder am Montag (wobei ich mir dachte, dass es schon sehr interessant ist, dass man gleich eine ganze EDV-Abteilung braucht um mir zwei Wörter auszuhändigen…). Also kein Internet. Keine Emails, kein ICQ, kein StudiVZ, kein Blog, kein gar nichts.
Deshalb schreibe ich auch alles gerade in eine normale Datei, aber auch das ist schön ablenkend. Wann immer ich dann endlich raus kann, werde ich das ganze für euch posten J
Heute Nachmittag kam dann noch mal Franzi und brachte mir DVDs, was ich ausgesprochen lieb fand! Es muntert mich schon auf, wie alle an mich denken.
Weitere Ablenkung lieferte ein verwirrter, alter Mann im Bademantel, der mich besuchte. Ich verstand leider kein Wort von seinem Genuschel, aber ich glaube, uns beiden war klar, dass ich nicht die Person bin, die er suchte. Nach einiger Zeit konnte ich ihn überreden, zu den Schwester zu gehen, die ihm dann schon weiterhelfen würden. War schon ein wenig verrückt.
Da wir schon von verrückt sprechen: Im Nebenzimmer oder irgendwo in der Nähe muss eine kaputte Heizung oder ein seltsames Gerät oder so sein, denn von Früh bis Spät und auch die komplette Nacht hindurch höre ich ein ziemlich penetrantes Zwitschern-Zirpen. Das macht mir wahnsinnig!
So verbringe ich also mein so toll geplantes Wochenende nun im Krankhaus; lesend, schlafend und nun auch schreibend. Allerdings muss ich nun zu einem Ende kommen, da sich die Nadel in meiner Armbeuge langsam über das Getippe beschwert.
TEIL II
Das restliche Wochenende verlief nicht gerade spannender… liegen und warten. Die einzige Abwechslung waren meine Freunde, die zu Besuch kamen. An dieser Stelle muss ich einmal anmerken, wie gerührt ihr war… Wirklich, es war total schön zu sehen, wie besorgt alle waren, wer vorbei kam oder sich per SMS/Anruf meldete, nur weil ich im Krankenhaus lag. Vielen, vielen Dank. Ihr habt mir eine totale Freude damit gemacht! Und zudem noch den langweiligen Stationsalltatstrott aufgelockert J
Montag morgen kam dann der Chefarzt, drückte zwei Mal auf meinen Bauch und beschloss: Etz schau ma mal eine. Aha. Hallo?! Geht’s noch? Wie wärs mit Blutabnehmen? Oder genauere Untersuchung?! Nö. Nada. Ich wurde also über die OP und die Narkose aufgeklärt und knapp zwei Stunden später lag ich schon unterm Messer.
Die genaue Prozedur will ich euch nun ersparen, lang dauert so was ja eh nicht. Das einzig Anormale war wohl, dass meine Zwillingsschwester als Assistentin mit drin war, und alle das total lustig fanden. Ich meine, während der Operation war ich ja eh weg (Narkose ist etwas sehr lustiges!), aber beim Aufwachen fand ich es schon tröstlich, sie da zu haben (vor allem, weil ich ziemlich wirres und peinliches Zeug von mir gab… muss ja nicht jeder hören! Irgendwann fing ich sogar an, ihr zu diktieren, wer wann welchen Geschenk einpacken sollte, weil ich ja nicht daheim sein würde… natürlich weiß ich das nicht mehr wirklich, aber es wurde mir eben erzählt.)
Jaa… Der restliche Montag und auch Dienstag waren dann eher bescheiden. Mein Kreislauf vertrug die Narkose nicht und so hing ich eigentlich nur gewaltig in den Seilen und kotze mich die Seele aus dem Leib bis ich einfach keine Kraft mehr hatte. Aufstehen war eine Qual, Schlafen ging gar nicht. Ich sagte allen Besuchern, die ich rechtzeitig erreichte ab, die übrigen blieben dann auch nicht länger als eine viertel Stunde (ich fand es etwas demütigend, mich ständig vor anderen übergeben zu müssen und schickte sie alsbald weg).
In der Nacht bekam ich dann meine zweite Zimmernachbarin (die erste kam Sonntagabend und verließ mich Montagmorgen wieder, wir hatten uns ziemlich gut verstanden, weshalb es eigentlich eine eher angenehme Überraschung gewesen war).
Da ich sowieso nicht schlafen konnte, machte mir der nächtliche Einzug wenig aus.
Und so kam der Mittwoch. Weihnachten. Und ich im Krankenhaus. Prima. Mittags kam dann ein Arzt und nahm mir Blut ab und obwohl ich doch recht fidel war (ich hatte noch kein einziges mal Spucken müssen!) hatte ich nicht viel Hoffnung, heim zu dürfen. Der „schöne Martin“, der mir die Ergebnisse brachte, bestätigte dies dann: „Naja, wenigstens gefällts Dir hier…“ Meine Frage, wie lange ich denn noch bleiben müsse, beantwortete er mit „Doch noch recht lang, zumindest so lange, wie deine Eltern brauchen, Dich abzuholen. Frohe Weihnachten!“ Da strahlten wir uns beide an! Auch meine Zimmerkollegin wurde entlassen, also fröhliche Stimmung ringsum.
Natürlich bekam ich noch viele Mahnungen und Vorbehalte mit auf den Weg, denn wäre es ein normaler tag gewesen, hätte ich schon noch mind. 2 Tage bleiben müssen. Jesus sei Dank, sag ich da bloß ;)
Und so verbrachte ich Heilig Abend doch im Kreise der Familie. Recht müde und abgeschlagen zwar, aber immerhin. Bereits vor 9 lag ich dann im Bettchen, las noch ein paar Seiten im neuen Buch und entschwebte dann in eine schöne Traumwelt….nicht. Also, schlafen funktioniert noch nicht so ganz, aber auf heute hab ich immerhin stellenweise recht tief für ein oder zwei Stunden geschlafen. Wer will denn mehr?!
Jetzt werde ich also in den nächsten Tag wieder vollkommen genesen und dann mal mein Unizeug anpacken. Was Silvester so geht, weiß ich noch nicht genau. Wird wohl eher spontan bei mir, dieses Jahr!
Ich wünsch Euch noch schöne Feiertage!
Wednesday, December 17, 2008
Das Warten auf den Heizungsmann
Obwohl gestern auch nicht schlecht war. Da wurde ich früh morgens von den Heizungsmännern aus dem Schlaf gerissen (sehr sexy im Schlafanzug und total verpennt.). Die haben nämlich meiner Mitbewohnerin eine neue Heizung eingebaut. Himmel, der eine war ein Hardcore-Sachse. Ich meine, ich ahme diesen Dialekt ja von Herzen gerne nach, aber der war so krass, dass ich fast nichts verstanden habe. So richtig lustig wurde es allerdings erst, als unser türkischer Hausmeister, der nur sehr beschränkt Deutsch spricht, dazu kam. Verständigungsprobleme sind gar kein Ausdruck! Anfangs versuchte ich noch zu vermitteln, aber irgendwann gab auch ich auf. Dann ging das Gehämmere und Gebohre und abmontieren und hinmontieren los, ich war also ziemlich froh, als ich an die LMU flüchten konnte. Und noch viel fröhlicher war ich, als ich in wundervolle Stille und Ruhe zurückkam. Ahhhh...!
Ansonsten war gestern außer Uni und Theater (Volkstheater, Frühlingserwachen) nicht viel los.
Dafür gings heute Morgen erst mal so richtig chaotisch los. Seit Wochen hab ich das erste Mal so lange geschlafen, dass mich mein Wecker aus dem Schlaf riss. Juchu! Also ab unter die Dusche, um mal wirklich wach zu werden. Hab ich dann auch gemacht, und das heiße Wasser tat sein übriges. Dann der Griff nach dem Handtuch und... ach nö. Scheiße. Handtuch im Zimmer vergessen. Prima, Sasi. Ich glaube, ich bin zur Zeit geistig etwas abwesend. Da ich mit einer Freundin per ICQ klönte, kam mein Zeitmanagement etwas ins Strudeln und am Schluss musste ich meinen Frühstückskaba total in mich reinkippen. Natürlich erst, nachdem mir aufgefallen ist, dass ich das Frühstück an sich vergessen hatte. Dann musste ich mich ziemlich schicken, um noch die Ubahn zu erwischen. Klappte natürlich trotzdem nicht. Aber nicht, weil ich zu langsam gewesen wäre, sondern weil ich einer älteren Dame noch den Weg zum Arzt erklärt habe. Dennoch kam ich noch pünktlich zur Vorlesung. Allerdings nur so lange, bis ich beim Auspacken meiner Unterlagen feststellte, dass ich meinen Geldbeutel vergessen hatte. Super. Ich musste nämlich unbedingt in die UB, ein Buch abholen. Und das geht nur mit Ausweis, der im Geldbeutel ist. Also wieder alles eingepackt und wieder heimgefahren. Weil es sich nicht mehr rentierte, blieb ich dann erst mal daheim und sah eine Episode von Sex and the City. War sehr entspannend. Und ab dann wurde der Tag dann auch besser.
Ich fuhr also wieder zur Uni. Ich holte schnell das Buch aus der Bib und stellte wenig erfreut fest, dass es mir wenig helfen würde. Ich gabs also wieder ab und lief zum Hauptgebäude um mich mit Chrissi zu treffen. Gemeinsam beschlossen wir, dass ein leckeres Essen angemessener wäre als Vorlesung. Also gingen wir essen :D
Und da saßen wir nun und quatschten nach Herzenslust. War wirklich schön.
Dann fuhr ich wieder heim und seitdem sitze ich hier und warte auf den Heizungsmann, der hier ablesen soll. Allerdings wird das wohl nichts, weil ich jetzt gleich los muss, um einen total tolle Vortrag über "Talmud und Tora" von einem Menschen aus Princeton zu hören. Da freu ich mich schon drauf!
Sonst habe ich mich auf wundersame Weise schon lange nicht mehr blamiert oder ähnliches. Yay! Nur natürlich etwas schade für euch, denn so gibt es nichts wirklich Lustiges zu lesen. Aber gebt die Hoffnung nicht aus: so wie ich mich kenne, dauert es nicht mehr lange bis zur nächsten Peinlichkeit!
Monday, December 8, 2008
Winter Wonder Land
Erwähnenswert ist auf jeden Fall das Flogging Molly Konzert, das noch im November stattfand. Ganz genial! Die Leute habens einfach drauf!
Erst mal musste ich natürlich die Tonhalle finden, was für mich ja immer eine Herausforderung darstellt. Aber als ich aus der S-Bahn am Ostbahnhof kam wurde ich gleich von mehreren 16jährigen angesprochen, die auch dorthin wollten (also mit 16 durfte ich noch nicht allein nach München auf Konzerte!). Etwas weniger toll fand ich, dass einer der Knirpse begann mich anzugraben, und zwar total schmalos. Ich stellte dann erst mal fest, dass ich sehr viel älter bin. Große Augen und die Antwort "Ich dachte Du wärst höchstens 16!" folgten darauf. Vielen Dank auch.
Die Halle war aber dann eigentlich ganz leicht zu finden, und da traf ich dann auch schon Franzi und Pfanni. Hab mich echt gefreut, die beiden zu sehen. Es waren dann auch zwei andere Freunde dabei, die ich aber nicht so gut kenne.
Die Security war ganz freundlich und so kamen wir schnell ins Warme (es war nämlich saukalt und hat geschneit!).
Die Vorbands waren jetzt nicht so einer Erwähnung wert, vor allem eine war echt unterirdisch. Währenddessen kämpften Pfanni und ich uns nach vorne, hinten wars uns einfach zu langweilig ;)
Aber da gings da schon echt richtig ab... Atemnot ist kein Ausdruck! Es wurde schon ziemlich eng... OK, sind war mal ehrlich: es wurde gedrückt und geschoben. Allerdings wars in der ersten Reihe schon ganz gut. Ich fand dann auch zwei nette Jungs, die mir ab und zu halfen, die drückenden Massen im Rücken vom Leib zu halten; und so konnte ich hin und wieder durchatmen. Änderte natürlich nichts dran, dass Pfanni und ich am nächsten Tag von Kopf bis Fuß mit blauen Flecken übersät waren. Aber gelohnt hat es sich trotzdem! Zwischendurch schenkte uns einer aus der Band ein Bier und am Ende haben wir uns noch kurz mit dem Bassisten (den ich ja total toll finde!) und dem Banjo-Mensch unterhalten. Sind schon immer nett, die Jungs.
Auch der TU-Film war mal eine echte Erfahrung. Das muss man sich mal vorstellen, die Männer dort brüllen bei der Werbung schon mit (ich sag nur "Susi!") und beim Haupftfilm gehts dann erst richtig los! Es wird gepfiffen, gejohlt, gelacht und Kommentare werden durch die Gegend geschrien. Wir (also Carl und ich) haben "Zurück in die Zukunft I-III" gesehen, allerdings sind wir nach dem zweiten gegangen. Sonst wäre es echt zu spät geworden. Lustig waren auch die zwei neben mir: Die hatten glatt ihren ganzen Kühlschrank dabei! Gläser mit Gewürzgurken waren da nur ein kleines Detail.
Wird auf jeden Fall wiederholt werden. Nur nächste Woche nicht, denn da läuft ein Film, den ich erst kürzlich gesehen hab und außerdem werde ich ins Theater gehen, da kommt was Neues für mich.
Ja, Theater. Ich glaube, es wäre ziemlich umständlich zu schreiben, was ich in letzter Zeit alles gesehen habe. Jedoch widme ich mich zur Zeit dem Kindertheater... Heute morgen erst war ich in "Hänsel und Gretel" im Gärtnerplatz. Morgen gehts ja dann in den "Peter Pan" in den Kammerspielen und am Samstag in den"Lebkuchenmann" in Regensburg und am 28. dann in "Hexe Hillary geht in die Oper". Da freu ich mich schon echt drauf! Aber auch das normale Sprech- und Musiktheater leidet nicht... Samstag wird nämlich hardcore: Nach dem "Lebkuchenmann" gehts gleich weiter in "Gott des Gemetzels"... schließlich wollen wir den Vergleich zum Resi haben!
Gelesen hab ich in letzter Zeit nicht viel Neues (außer Shakespeare oder so), meistens bediene ich mich aus meinem (hier sehr bescheidenen) Bücherregal, weil ich gar nicht wirklich Zeit habe, Bücher zu kaufen... Allerdings kann ich das Buch "Das Spiel des Engels" von C. R. Zafon weiterempfehlen. Ich fand allerdings das erste "Der Schatten des Windes" sehr viel besser...
Und musikalisch steh ich ja passend zur Jahreszeit auf Weihnachtslieder. Die laufen rauf und runter und eigentlich auch immer. Außer natürlich ich sitz an irgendwelchen akademischen Arbeiten, aber sonst... let it snow, let it snow, let it snow (läuft grad ;) ).
Jetzt werd ich dann noch ins Kino, mal ein bisschen abschalten. Glaub, das wird ganz gut tun.
Cheers.
Saturday, November 15, 2008
Backe, backe Kuchen, die Sasi hat ...gelacht!
Montag Abend waren Chrissi und ich in "Gott des Gemetzels". Hat uns ausgesprochen gut gefallen! Natürlich sind wir jetzt sehr auf den Vergleich mit Regensburg gespannt... Mittlerweile zeigt sich, dass wir was von Theater verstehen, denn mit der Besetzung lagen wir (fast) ganz richtig!
Bizarr war auch ein alter Mann, den wir zuvor antrafen. Da wir nach Ersteigern der Karten noch eine Stunde Zeit hatten, beschlossen wir, uns eine Heiße Schokolade to go zu holen und uns auf den Odeonsplatz zu setzen. Da saß dann auch besagter Opa. Zuerst fiel er gar nicht auf. Erst als er anfing von "SS" und "früher war alles besser" und "Judenkinder und Arbeiterkinder, sowieso alles MAssenvernichtungsmaterial!" wurden wir ein wenig auf ihn aufmerksam. Dass er dann auf die Straße urinierte und anfing ein Messer zu wetzen (!) machte die Sache auch nicht besser... Seltsam. Auf jeden Fall beschlossen wir, dass es besser wäre, ins Theater zu gehen. Weniger komische Menschen. Also komisch im Sinne von geisteskrank.
Als wir aus dem Stück rauskamen (übrigens von Dieter Dorn himself inszeniert), hatte ich ziemliche Halsschmerzen und bin deswegen gleich heim.
Am Dienstag fühlte ich mich echt beschissen. Nicht mal die Sonne konnte meine Laune heben, und das ist ja wohl echt selten. Auch die Tatsache, dass mein iPod aus irgendeinem Grund sich aufhängte, machte den Tag nicht besser. In der ersten Vorlesung bekam ich dann Schüttelfrost und trotz mitgebrachten Tee, den ich literweise (!) trank, wurden die Halsschmerzen immer schlimmer... Gliederschmerzen machten dann diese 1,5 Stunden zu einem besonderen Erlebnis. Da die zweite Vorlesung am Dienstag immer komplett im Internet zu finden ist, beschloss ich, diese mir zu schenken. Fuhr also heim und legte mich ins Bett. Und da blieb ich dann eigentlich auch bis Donnerstag morgen. Sogar den geplanten Thaterbesuch (Peter Pan!) ließ ich platzen...Immerhin musste ich dafür keinen absagen, denn da wäre ich alleine losgezogen. Der Mittwoch war also ziemlich eintönig und langweilig und noch dazu hörte ich mich an wie Kermit, der Frosch. Und das fand ich ganz und gar nicht lustig!
Donnerstag schleppte ich mich also dann wieder in die Uni, und es bekam mir nicht soo wahnsinnig gut. Aber die Shakespeare-Vorlesung kann ich einfach nicht saußen lassen! Danach fuhr ich wieder heim und schlief, um dann noch in mein Seminar zu kommen. War ganz gut.
Ja, und dann kam das eigentliche Highlight der Woche: Backen bei Bert! Der Gute wollte für einen Geburtstag einen Kuchen backen und bat mich um hilfe. Klare Sache, da war ich dabei! Ich kam dort an, und wir beschlossen, erst mal Chinesisches Essen kommen zu lassen. Man muss sich ja stärken für so was! Dann gings los. Wir stellten die nötigen Zutaten schon mal raus und mit geübten Blick ließ ich meine Augen über die Küche gleiten.
"Bert, wo ist denn deine Küchenwage?"
"Sowas hab ich nicht."
"Dann wieg mir mal bitte 75g Zucker ab!"
Da fing ich schon ziemlich das Kichern an... Ich zwang den armen Kerl also zu seinen äußerst seltsamen Nachtbarn zu gehen (sorry, dass ich Dir nicht geglaubt hab!), wovon die eine durch ihre Finger zu uns sprach (so wie Puppentheater ohne Puppen) und die andere kein Wort verstand. Leider kann ich auch kein Russisch. Also wägten wir eher statt wiegen, aber immerhin landeten ein paar Zutaten in der Schüssel. Unter anderem auch 6 Eigelb, die mussten dann schaumig geschlagen werden. Die Eiweiß mussten steiff geschlagen werde.
"Bert, wo ist denn dein Handrührgerät?"
"Sowas hab ich nicht."
Also verteilte ich Gabeln. Und wir schlugen. Währenddessen erklärte ich, was ein Wasserbad ist und wie es funktioniert. Schoki geschmolzen, rein in die Pampe.
"Bert, wo ist denn die Hefe?"
"Oh, brauchen wir sowas etwa?"
Gut, wir marschierten mit dem noch nicht steiffen Eiweiss also zur nächsten Tanke. Wir waren die Stars des Abends. Ehe wir uns versahen standen ca. 8 männliche türkische Tankstellenmenschen (ich weiß nicht genau, wer dort arbeitete und wer dort nur so abhing) um uns herum... Wir wurden bestaunt und als Ökos bezeichnet, weil wir "alles ganz frisch" wollten. So genau hab ich das nicht verstanden. Natürlich hatten die keine Hefe. Wir sind wieder raus und ich erklärt noch ein wenig mehr zum Thema "Backen leicht gemacht".
"bla bla bla... Springform."
"Springform? Sowas hab ich nicht."
"In was willst Du denn dann den Kuchen backen?!" Totale Irritation meinerseits.
"Ich habe eine Auflaufform". Ich glaube nicht, dass je eine Sachertorte in einer Auflaufform gemacht wurde. Aber Improvisations ist alles! So auch weiter im Text: Wir gingen zum nächsten Pizzalieferservice und fragten nach der dringend benötigten Hefe. Die Frau blickte Bert an. Dann den Behälter mit dem Eiweiss. Dann mich. "Wie viel braucht ihr? Ich schenks euch." Es gibt also noch Engel auf Erden! Dann latschten wir zurück zur Tanke, wir brauchten noch Butter (wie uns spontan einfiel) und noch ein bisschen Demütigung. Beides hatten sie da, und ein paar dumme Kommentare bekamen wir gratis dazu.
Wieder in der Wohnung nahm der Teig dann seine entgültige Gestalt an. Und nachdem wir dann per google auch geklärt hatten, wie viel Hefe denn jetzt von diesem blöden Würfel da rein gehört, sah er wirklich sehr gelungen aus! Ich blieb noch bis wir nach 70 Minuten das Wunderwerk aus der Röhre holten. Er sah fantastisch aus! Einfach sensationell!
Mittlerweile war es aber dann schon halb 1 und ich wollte in mein Bettchen. Wäre ja normalerweise auch kein weiter Weg mit der U-Bahn. Nur spielte mein persönliches Glück mal wieder mit und so brauchte ich eine Stunde nach Hause. Ich war durchgefroren und hundemüde. Aber der Abend hatte sich wirklich gelohnt!
Freitag bin ich dann nach Hause zu meinen Eltern (da war ich ja nun einige Wochen nicht mehr) und genoss den Abend daheim. Ich brauchte dringen etwas Ruhe. Und heute erwartete ich eigentlich Mark aus Kanada, der aber aus irgendwelchen Gründen (die er mir sicherlich gleich mitteilen wird) erst um halb 10 in Regensburg ankommt... Aber war auch schön, hab gefaulenzt, viel gelesen und das süße Nichtstun genossen.
Morgen wird dann Georgie 14 und es gibt ganz viel Kuchen! Juhuuu!